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Metalmania Festival 2008 in Kattowitz (Katowice), Polen am 08.03.2008
Galerie METALMANIA Festival 2008 zum Livereview anschauen!


22 Jahre METALMANIA Festival in Polen! Auch dieses Jahr wurde wieder wild gefeiert, gerockt und laut mitgesungen. Das größte osteuropäische Metalfestival verwöhnte die Fans nicht nur mit feinster Musik und diversen Bands aus unterschiedlichen Metelgenres sondern auch mit einer grandiosen Stimmung, humanen Preisen und erstklassigem Sound. Somit hat für mich persönlich die Festivalsaison perfekt begonnen! Am 08.03.2008 spielten im polnischen Spodek in Kattowitz 22 Bands auf zwei Bühnen. Die versammelten Metalfans bekamen diverse Highlights an diesem Tag geboten, als Headliner spielten die Amerikaner MEGADETH , die nicht nur mit einer best of-Setlist überzeugten, es standen auch noch weitere erstklassige Metalbands auf dem Spielplan.



Den Anfang machten die polnischen Rocker CARRION, die pünktlich um 9.30Uhr auf der kleinen Bühne starteten und leider nicht das größte Publikum an diesem Tag ernteten. Diese Uhrzeit ist auch sehr früh für jeden Metalhead und es erschien mir auch als wären noch nicht alle Besucher angereist. Eine Stunde später ging es schon auf der Hauptbühne los. POISON THE WELL legten ordentlich los und gewannen mit ihrem Hardcoremetal eher die jüngeren Besucher für sich. Als PRIMORDIAL die Bühnenbretter betraten wurde es definitiv düsterer und musikalisch endlich härter in der großen Halle. Die Fans legten mit dem Moshpit los und genossen nur knapp 35 Minuten lang den irischen Blackmetal.

Das Metalmania Festival ist ein eintägiges Event, welches in einer geschlossenen Halle statt findet. Es gibt daher keine Campingmöglichkeiten und auch keine Möglichkeit draußen gemütlich abzuhängen, zu grillen, durch diverse Metalshops zu stöbern etc. Die meisten Besucher reisen am Festivaltag an und ab, um die Kosten für eine Unterbringung zu sparen. Auch wenn der Ticketpreis von 140,- PLZ (ca. 40,- EUR) recht niedrig ist. Die Karten sind aufgeteilt in Sitz- und Stehplätze. Man muss sich also schon beim Kauf der Karte entscheiden, wie man das Festival “genießen” möchte. In der ganzen Innenarea galt ein Rauchverbot, welches auch wirklich von den Besuchern eingehalten wurde. Raucher, die trotz dem nicht auf ihren Glimmstängel nicht verzichten wollten, hatten draußen eine Art Raucherecke eingerichtet. Dort war genug Platz zum qualmen und quatschen.

Die kleine Bühne hatte auch diverse gute Bands im Programm. Die deutsche Truppe DRONE kam beim polnischen Publikum sehr gut an und rockte das Festival. Die Australier MORTAL SIN standen zum ersten mal auf polnischen Bühnenbrettern, zeigten aber den versammelten Fans viel Power und genossen den Beifall ebenso wie das polnische Bier, welches sie zwischen den Songs immer wieder tranken und dem Publikum zuprosteten. Als nächstes folgten OCTOBER FILE aus Großbritannien. Das Quartett präsentierte sich 35 Minuten lang, überzeugte jedoch nicht vollkommen das Publikum vor der kleinen Bühne. Ebenfalls aus Großbritannien – EVILE. Die Thrasher supporten dieses Jahr Megadeth auf ihrer Europatour und sie bewiesen on stage eine gute Performance mit viel Energie und schnellen Riffs.

Als letzte Band auf der kleinen Bühne traten die Amerikaner STOLEN BABIES. Und wer diese Kinder gestohlen hat, das möchte ich wirklich gerne wissen. 100%ig abgefahren, crazy und einfach nur einzigartig würde ich die Leistung der Band bezeichnen. Eine Art aus Kabarett, Rock und totaler Verrücktheit. Die Sängerin spielte zugleich Akkordeon, ihr Gesang war ein Mix aus singen, schreien und reden. Die gesamte Band fiel durch ihre verrückten Verkleidungen auf. Stolen Babies waren garantiert ein Highlight des Metalmania Festivals. Einfach abwechslungsreich, gut und total wahnsinnig.



Die Stimmung bebte nicht nur wegen der Bands, ein weiterer Grund waren sicherlich auch die Bierpreise im Spodek. Ein großes Bier gab es für 6,- PZL, umgerechnet ca. 1,50 EUR. Genau, dieser Preis lässt jedes Metalherz höher schlagen, jedoch nicht die Tatsache, dass in der Halle selbst kein Bier getrunken werden durfte. Richtig. Für ein gemütliches Bier vor der Bühne gab es kein Erbarmen. Die Security-Crew passte darauf sehr genau auf und winkte alle Besucher mit Bier vor dem Eingang zur Konzerthalle ab. Alle die auf ihren Gerstensaft nicht verzichten wollten, mussten es vor dem Eingang in die eigentliche Halle austrinken oder stehen lassen. Doch letzteres war eher selten der Fall.

MARDUK eroberten die Bühne wie immer mit Kunstblut und evil screams aus der tiefen Hölle. Für die meisten Fans war der Auftritt von Marduk jedoch zu kurz, es gab auch keine Zugabe. Zur späteren Stunde kochte die Stimmung immer mehr im Spodek und das Billing wurde für die meisten Metalheads immer attraktiver.



Mit VADER wurde es devinitiv voller in der Halle. Die Jungs genossen gleichzeitig ein Heimspiel und somit ein zahlreiches und extrem abgehendes Publikum. 45 Minuten lang Death Metal made in Poland der allerersten Liga. Vader feiern dieses Jahr 25. jähriges Bandjubiläum und werden aus diesem Anlass noch eine lange Tourstrecke, u.a. auch noch in Deutschland spielen.

Nach dem Vader-Gig wurde es düsterer und vor allem satanischer mit SATYRICON. Schon die ersten Töne von “The Pentagram Burns” brachten mein Blackmetal-Herz zum rasen und die Metalheads zum ausrasten. Es erschien mir als wären an diesem Abend alle Satyricon-Anhänger versammelt zum Metalmania Festival gekommen um den Jungens die Ehre zu erweisen. Die Norweger präsentierten in einer dreiviertel Stunde acht Stücke der Hausmarke Satyricon. Zum Abschluss gab es die Blackmetal-Delikatessen “Fuel For Hatread” und “Now, Diabolical”. Eine gelungen Show und erstklassige Bühnenprofessionalität machten den Aufrtitt der Norweger zu einem gelungenen Event.

Wer seine Stars von z.B. Satyricon, Vader, Overkill etc. persönlich treffen wollte, der konnte zu dem beliebten meet and greet mit den Bands gehen. Fast alle Gruppen, die auf dem Metalmania Festival gespielt haben, gaben den Fans in einer speziellen Area Autogramme oder ließen sich für ein Erinnerungsfoto ablichten.

Nach so viel harter Musik wurde es endlich Zeit für eine Band mit mehr als 20 Jahren Erfahrung im Metalbusiness. Ganz speziell gesagt im Thrashmetal. OVERKILL betraten die Bühnenbretter und zeigten erst ein mal, wie richtige Rockstars eine Show starten. Frontman Bobby Blitz reißte schon in den ersten Minuten mit akrobatischen Sprüngen die Besucher des Metalmania Festivals in den magischen Bann von Overkill. Traditionell präsentierte Bobby seinen durchtrainierten Körper, reißte sein Shirt von sich und poste mit seinem Sixpack vor dem Publikum. Voller Power begrüßte der sympathische Frontman die Festivalbesucher mit ein paar polnischen Wörtern.

Overkill gehörten beim Metalmania Festival für mich persönlich sicherlich zu den stärksten Bands. Jedoch nicht ihre Merchandiseartikel. Ein Overkill-Tourshirt kostete 90,- PZL, was umgerechnet ca. 23,- EUR sind. Dieser Preis gilt vielleicht in Deutschland als normal, verglichen aber zu den anderen Shirt in Polen war der Overkillpreis überteuert. Ein Festivalshirt gab es z.B. für 40,- PZL (ca. 10,- EUR), was ein sehr guter Preis für die gute Qualität und das nette Design war.


Als vorletzte Band an diesem Festivaltag standen DILLINGER ESCAPE PLAN auf dem Billing des polnischen Metalmania Festivals. Die Amis haben zwar erst drei Studioalben auf ihrem Konto stehen, gelten jedoch durch den hohen Grad an technischem Anspruch und durch die innovativen Sounds als Meister im Bereich des Hardcoremetals, speziell im Chaoscore. Live war die Truppe sehr abgefahren und es herrschte auf der Bühne wirklich nur Chaos. Agressive Sounds, wirre Lichteffekte und eine extrem vernebelte Bühne machten den Gig von Dillinger Escape Plan zu einem spektakulären Ereignis. Der neuartige Musikstil hat mein Herz jedoch nicht erobert, dafür aber bestimmt die crazy Darbietung und die Innovation.

Alle MEGADETH-Fans mussten noch mal zum Abschluss viel Geduld und Ausdauer mitbringen. Eine Art von “Countdown to Megadeth”. Die Show um Dava Mustaine & Co verzögerte sich um ca. 30 Minuten. Kein Wunder, denn es wurden während des Gigs Aufnahmen für eine DVD gemacht, zudem wurde viel auf der Bühne umgebaut und vorbereitet. Die Amerikaner erschienen mir perfekt und professionell in der Vorbereitung für das Konzert. Ein gigantisches Design-Schlagzeug und eine Lichtshow der Extraklasse gehörten zum Megadeth-Event. Als die vier Amis die Bühne betraten wurde es richtig laut und die volle Halle tobte aufgeregt zu den ersten Sounds. Shawn sah hinter seinem Hochglanz-Schlagzeug einfach verdammt heavy aus und James überzeugte in der typischen Poserhaltung am Bass. Volles Brett rockte das Quartett die Halle, der Sound, das Licht, die Band, alles einfach fabelhaft. Zum Megadeth-Repertoire gehörten Songs wie “A Tout La Monde” und “Gears Of War”. Aber auch “Skin O'My Teeth” und “Ashas In Your Mouth” vom Bestseller-Album “Countdown To Extinction”. Dave wirkte sehr schüchtern als die Fans nach jedem gespielten Song lauthals Beifall gaben. Zurückhaltend und zögerlich klatschte der Frontmann den Fans entgegen und es wirkte als würde ihm ein Kloß vor Aufregung und Freude im Hals stecken. 90 Minuten lang genossen alle Zuschauer die Kultband um Dave Mustaine und als Zugabe gab es noch mal die Klassiker “Symphony Of Destruction” und “Peace Sells”.

Der Festivaltag ging sehr schnell vorbei und die vielen Bands und Eindrücke liessen mich am Ende fühlen als wäre ich auf einem ganzen Festivalwochenende. Mein Fazit: Metalmania ist ein ordentliches Festival, welches viele sehr gute Bands in kurzer Zeit bietet. Auch die Auswahl der Gruppen gefiel mir. Es war einfach für jeden Geschmack was dabei. Grosse Namen, innovative Bands, junge Bands, alles sehr international und doch sehr gut von den Gastgebern Metalmind Productions organisiert. Ich muss auch zugeben, dass sich die polnischen Rockfans sehr vorbildlich verhalten haben. Trotz Rauch- und Bierverbot in der Halle lief alles reibungslos ab und es gab keine Widersprüche. Einige Auftritte waren einfach zu kurz. Viele der Hauptacts spielten meistens nur 45 bis 60 Minuten lang. Aber wir dürfen auf das kommende Jahr gespannt sein und ich freue mich schon auf ein weiteres Metalmania Festival in Kattowitz. Auch wenn ich Open-Air Festivals bevorzuge, wo ich mein Zelt aufschlagen kann und einfach mehrere Tage lang Metalmaniac spielen darf.



mehr Infos unter

Festival: www.metalmind.pl/metalmania/

Veranstalter: www.metalmind.pl

Location: www.spodek.com.pl










geschrieben am 26.03.2008   von Romana
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